Aktuelles Bildungsangebot
untold stories
Projekt zu Migrationsgeschichte(n) in der eigenen Familie*
Es gibt Geschichte und Geschichten.
Wessen Geschichte aus wessen Perspektive ist in Deutschland sichtbar? Wessen Geschichte wird erzählt, wessen Geschichte bleibt unerzählt?
Kenne ich meine Geschichte?
Viele in Deutschland lebende erwachsene Kinder von Einwanderer*innen haben nur eine unklare Vorstellung davon, wie ihre Eltern vor zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren nach Deutschland gekommen sind, welche Gründe sie hatten, ihre Heimat zu verlassen, welchen Weg sie genommen haben, wie sie aufgenommen wurden und was sie in der ersten Zeit im neuen, fremden Land erlebt haben.
Dieses unvollständige Wissen um die Migrationsgeschichten der Eltern erleben einige Kinder als Lücke in ihrer eigenen Biographie. Oft fehlt es an Mut, Zeit oder dem richtigen Moment, um ins Fragen und damit ins Zuhören zu kommen. Diesem Anliegen wollen wir Raum bieten:
In dem zweiteiligen Projekt begeben sich die Teilnehmer*innen auf die Suche nach den Lebensgeschichten ihrer Familie:
Geschichten vom Abschiednehmen und Ankommen, Geschichten von Mut und Zweifel, Geschichten von Community, Geschichten von Ausgrenzung, Geschichten vom Leben und Alltag vor und nach der Migration.
Zunächst in einer Online-Begegnung, dann in Präsenz im Seminar schaffen wir einen Raum für die Auseinandersetzung mit diesen "untold stories" und begeben uns gemeinsam auf die Suche. Was sind die unerzählten Geschichten und was sind unsere Fragen? Warum sind und bleiben sie evtl. auch unerzählt? Was sind Möglichkeiten, in Kontakt zu kommen? Wir gehen in der Gruppe gemeinsam in einen Austausch über den Prozess des Suchens. Mit dem Projekt möchten wir das Selbstverständnis die Verflechtung und die Vielseitigkeit von Geschichten in der Einwanderungsgesellschaft sichtbar machen.
Im Austausch mit der Gruppe und begleitet von den Dozent*innen können wir die gefundenen Geschichten teilen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken und das zusammengetragene Material mit verschiedenen Methoden (z.B. Text, Gestalterisch, Audio oder Foto) künstlerisch bearbeiten.
Familie* = damit meinen wir Familie, wie Du es für Dich auslegst und was Dein Verständnis ist.
Unser Fokus im Seminar liegt NICHT auf die Vermittlung von Forschungs- und Recherchetechniken oder Inputs zu bestehenden Archiven, sondern wir wollen einen Raum schaffen, in dem jede*r mit ihrer*ihren Stories Platz hat und wir in einen geteilten Prozess der Auseinandersetzung und des Austausches zu den "untold stories" eintauchen.
ACHTUNG:
Das Seminar besteht aus zwei Teilen: einem Online-Modul und einem Seminarwochenende in der Bildungsstätte Bredbeck. Beide Seminarmodule können nur zusammen gebucht werden. Es ist zentral, dass die Teilnehmenden an beiden Modulen teilnehmen könnt. Wenn Ihr nur an einem sicher könnt, meldet Euch gerne in einem Folgejahr an.
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
Zielgruppe: Erwachsene Kinder von Migrant*innen
Wir laden alle erwachsenen Kinder von Migrant*innen zu untold stories ein.
Wenn Ihr Euch mit der Ausschreibung angesprochen fühlt, aber nicht mit der Bezeichnung „erwachsene Kinder von Migrant*innen“ – dann sprecht uns gerne an (mail an mari.nagaoka@bredbeck.de)
Wir fokussieren uns nicht auf bestimmte Länder, Regionen (sowohl aus europäischen als auch nicht europäischen) Migrationsbewegungen und/oder -gründe.
Uns ist wichtig, dass Teilnehmende sich wohl fühlen, ihre untold stories gemeinsam zu erkunden und in den Austausch miteinander zu gehen. Das bedeutet auch, dass wir mit den Teilnehmenden einen achtsamen, diskriminierungssensiblen Raum gestalten wollen. Der Raum ist kein ausschließlicher BI*PoC-Raum (Black / Indigenous / People of Color).
Barrieren und Barrierefreiheit:
Das Seminar findet in deutscher Lautsprache statt.
Bei der Präsenzveranstaltung: Es existiert ein barrierefreies Zimmer für Rollstuhlnutzer*innen und im Seminarraum gibt es eine rollstuhlgerechte Toilette. In dem Haupthaus (mit Rezeption und Speiseraum gibt es keine rollstuhlgerechte Toilette). Die Wege zwischen den Unterbringungs-, Seminarräumen und Speisesaal sind ebenerdig bzw. mit leichter Steigung. Die Wege von Unterbringung/Seminarraum zum Haupthaus sind ca. 300m und verlaufen streckenweise auch über befestigten Waldböden. Die Türen in den Gebäuden öffnen nicht automatisch. Die Bildungsstätte Bredbeck ist um Reduzierung von Barrieren bemüht. Sollten Sie Fragen diesbezüglich haben, kontaktieren Sie bitte den Buchungsservice.
Zum Nachschauen auf der Homepage: Für einen Einblick in die Unterkunft und Seminarraum (Seminarraum: Perspektive, Unterbringung: Haus Xtra3 und Haus 3)
Referent*innen: Sarah Mireku, Mari Nagaoka, Olan Scott Pinto
Wir sind 3 Bildungsarbeiterinnen mit ein oder zwei migrierten Elternteilen, in Westdeutschland geboren und aufgewachsen, seit 6 Jahren in Projekt, alle Rassismus erfahren und in Bremen verortet, immer wieder stetig fragend und auf der Suche nach würdigen Orten für die untold stories in unseren Familien*.
Termine: 28.-30.08.2026 (online) und 03. – 06.12.2026 (in Präsenz in der Bildungsstätte Bredbeck mit Unterkunft und Verpflegung)
Unterbringung:
Die Unterbringung erfolgt in der Bildungsstätte Bredbeck in DZ/3erZimmer mit Dusche/WC oder in EZ mit geteilten Dusch- und Toilettenräumen (mit jeweils abschließbare Einzelkabinen).
Teilnahmebeitrag:40,00€
(inkl. Seminargebühr für beide Module sowie Unterkunft und Verpflegung in der Bildungsstätte vom 03. – 06.12.2026, Do-Abend bis So-Nachmittag).
Es können leider keine Fahrtkosten übernommen werden.
Anmeldung: bis zum 14. Juni 2026 über das Buchungsformular. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt und werden nach Eingang vergeben.
Kinderbetreuung: Wir werden bei Bedarf versuchen am 2. Modul eine Kinderbetreuung zu ermöglichen. Bitte gebt unter Bemerkungen bei der Buchung den Bedarf und das Alter der Kinder im Dezember 2026 an.
Kooperation mit der Bildungsstätte LidiceHaus Bremen: www.lidicehaus.de.
Päd. Verant.: Mari Nagaoka
Eine Anmeldung gilt automatisch für beide Termine.


